Quantum Capital Partners übernimmt Grevener Standort der Thurn Gruppe

Bonn, 2. Februar 2018 – Für den Bereich der Flüssigwaschmittelproduktion der insolventen Thurn Gruppe zeichnet sich für den Standort Greven eine Lösung ab. Es ist geplant, dass ein Unternehmen der internationalen Beteiligungsgruppe Quantum Capital Partners (QCP) aus München den Standort zum Stichtag 9.2.2018 übernehmen wird. Entsprechende Verträge wurden bereits unterzeichnet, stehen aber noch unter dem Vorbehalt einzelner aufschiebender Bedingungen. Durch diesen strategischen Zukauf verstärkt Quantum seine Marktposition im Bereich Flüssigwaschmittel. 2014 erwarb QCP bereits die französische SoProNem SAS von der Henkel Gruppe und verfügt daher über Erfahrung im Mischen und Abfüllen flüssiger Wasch- und Reinigungsmittel. Gemeinsam verfügen die beiden Werke nun über eine Produktionskapazität von über 350.000 Tonnen.

Dirk Obermüller, Rechtsanwalt und Partner der dhpg sowie Insolvenzverwalter im Verfahren: „Ich freue mich, dass es für das Werk in Greven und dessen Mitarbeiter eine Zukunftsperspektive gibt. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, insbesondere beim Betriebsrat und der IGBCE für die konstruktiven Gespräche und deren Unterstützung im Prozess.“ Steffen Görig, Vertreter von Quantum Capital Partners (QCP), ergänzt: „Wir sehen großes Potenzial im Grevener Werk und glauben, dass Greven gemeinsam mit SoProNem ein beträchtliches Entwicklungs- und Wachstumspotential besitzt, das sowohl organisch als auch durch weitere Zukäufe freigesetzt werden kann. Nach den ersten Gesprächen mit den Kunden sind wir zuversichtlich, die Umsätze in wenigen Monaten wieder auf das frühere Niveau entwickeln zu können. Wir freuen uns, gemeinsam mit dem Management vor Ort die Unternehmensgruppe weiter zu entwickeln und einen führenden Anbieter auf dem europäischen Markt zu etablieren.“ Die operativen Geschäfte vor Ort wird zukünftig Ralf Sobottka leiten, der über langjährige Erfahrung in der internationalen Waschmittelindustrie, u.a. bei Henkel, verfügt.

Die Thurn Gruppe musste im September 2017 Insolvenz anmelden. Unmittelbar nach der Insolvenzanmeldung wurde ein strukturierter, internationaler Investorenprozess initiiert, mit dem der Insolvenzverwalter Dirk Obermüller die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragte. In den letzten Wochen fanden intensive Verhandlungen mit mehreren Interessenten statt, in denen sich QCP letztlich mit dem besten Angebot durchsetzte.

Aufgrund der zuletzt insolvenzbedingt zurückgegangenen Umsätze ist es leider nicht gelungen, allen Mitarbeitern eine Übernahme zu ermöglichen. Den nicht übernommenen Mitarbeitern wird der Eintritt in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft angeboten, die mit Mitteln der Erwerberin eingerichtet wurde. Hierdurch konnte das Erwerberkonzept einerseits und eine angemessene Berücksichtigung der Interessen der Mitarbeiter andererseits sichergestellt werden.

 

Über dhpg: Die dhpg ist eines der führenden, mittelständischen Beratungsunternehmen in Deutschland, das sich auf die Kernbereiche Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung sowie Insolvenzverwaltung und Sanierungsberatung spezialisiert hat. Das inhabergeführte Unternehmen gehört mit mehr als 500 Mitarbeitern an elf Standorten zu den 15 größten seiner Branche. Die dhpg ist Teil des Nexia-Netzwerks, das mit über 28.000 Mitarbeitern in 120 Ländern und einem Umsatzvolumen von 3,6 Milliarden US-Dollar zu den Top 10 der internationalen Beratungs-Netzwerke zählt.